Welche Vorteile eine Hausratversicherung und eine Gebäudeversicherung bieten
Hausratversicherung
Die Versicherung bezahlt den Wiederbeschaffungswert der zerstörten oder abhanden gekommenen Gegenstände. Wertsachen wie Bargeld, Schmuck oder Pelze, Wertpapiere oder Kunstwerke können mit einem Anteil der Versicherungssumme (zum Beispiel 20%) abgesichert werden. Übrigens ist der Hausrat nicht nur in den vier Wänden, sondern mit einem bei Vertragsabschluss festzusetzenden Prozentsatz der Versicherungssumme auch auf Reisen, im Hotel, in einer Ferienwohnung oder bei Freunden versichert. Die Aufenthaltsdauer darf drei Monate allerdings nicht überschreiten.
Wer kostbare Dinge besitzt, etwa Sammlungen, Antiquitäten oder Gemälde, sollte sich mit dem Versicherer in Verbindung setzen und je nach Bedarf eine Spezialversicherung abschließen. Mit Beitragszuschlägen lassen sich auch Überspannungsschäden durch Blitz oder das Glasbruchrisiko versichern. Für Fahrräder gelten in der Regel besondere Bedingungen: Ist der Drahtesel in Gebrauch, so muss er unterwegs mit einem wirksamen Fahrradschloss gegen Diebstahl gesichert werden. Nach Rückkehr zur Wohnung muss das Fahrrad darüber hinaus im Fahrradkeller untergestellt werden, wenn in der Wohnanlage ein solcher Raum vorhanden ist. Für die Gefahr eines Fahrraddiebstahls wird eine spezielle Fahrradversicherung - zumeist als Zusatzbaustein zur Hausratversicherung - angeboten. Achtung: In der Regel sind Fahrräder nicht automatisch in der Hausratversicherung mitversichert.
Was die Hausratversicherung kostet, richtet sich nach der persönlichen Lebenssituation, der versicherten Summe und nach dem Wohnort. Der Standardschutz für einen Hausrat im Wert von 50.000 Euro kostet etwa 170 Euro im Jahr. Viele Versicherer bieten darüber hinaus günstige Policen mit Selbstbehalt an.
Gebäudeversicherung
Gebäudebesitzer brauchen ausreichenden Versicherungsschutz. Ist das Gebäude zerstört, bezahlt der Versicherer den ortsüblichen Neubauwert. Bei Beschädigungen werden die Reparaturkosten ersetzt. Sind Wohnräume unbenutzbar, zahlt der Versicherer für einen bestimmten Zeitraum, zum Beispiel sechs oder zwölf Monate, den Mietverlust oder den ortsüblichen Mietwert, wenn der Kunde die Räume selbst bewohnt hat.
In der Regel sind die einzelnen Gefahren (Feuer, Leitungswasser, Sturm ab Windstärke acht und Hagelschäden) in der verbundenen Wohngebäudeversicherung enthalten. Die Risiken können aber auch einzeln versichert werden.
Eine Feuerversicherung darf auf gar keinen Fall fehlen, denn wenn es brennt, dann oft richtig. Meist ist die Feuerpolice sogar Voraussetzung für einen Bankkredit zum Hausbau. Die Versicherung ist als Einzelpolice oder im Paket mit dem Schutz für die Risiken Sturm/Hagel und Leitungswasser zu haben. Versichert sind jeweils die Schäden am Haus und an festeingebautem Mobiliar wie Einbauschränken oder Teppichböden sowie die Abbruch- beziehungsweise Aufräumkosten.
Eine Sturmversicherung lohnt sich nach den schlimmen Erfahrungen der vergangenen Jahre in allen Teilen Deutschlands. Eigentümern von Fußbodenheizungen und allen Gebäudebesitzern in Regionen mit aggressivem Leitungswasser ist auch eine Leitungswasserversicherung dringend zu empfehlen. Gegen Extraprämie ist eine Elementarschadenversicherung zu haben, die als Zusatz zur Gebäudepolice abgeschlossen werden kann. Versichert sind u.a. Schäden durch Erdbeben, Erdrutsch und Überschwemmung infolge Hochwasser bzw. Starkregen.
Der Preis für die Gebäudeversicherung richtet sich nach dem Alter und der Bauweise des Gebäudes, nach den versicherten Gefahren und nach dem Standort. Das Standardpaket für einen Altbau mit einer Wohnfläche von 140 Quadratmetern kostet etwa 260 Euro im Jahr, für einen Neubau etwa 230 Euro. Auch hier ist der Abschluss eines Vertrages mit Selbstbehalt in der Regel möglich.