Fragen und Antworten zur Sicherheit der Lebens- und Rentenversicherung
20.10.2008
Fragen und Antworten zur Sicherheit der Lebens- und Rentenversicherung
Die besondere Sicherheit der Lebensversicherung beweist sich gerade in der Krise. Die Grundzüge des Produkts - Mindestverzinsung des Deckungskapitals, Mischung und Streuung der Kapitalanlagen – haben sich bewährt. Sicherheit bei ordentlicher Rendite sind Grundeigenschaften der Lebens- und Rentenversicherungen, die sich gerade jetzt als überlegen für die Altersvorsorge erweisen.
Bei fondsgebundenen Policen sind die höheren Renditeerwartungen naturgemäß auch mit höheren Risiken verbunden. Wichtig ist hier, unüberlegte Kurzschlussentscheidungen zu vermeiden und die Langfristigkeit des Vorsorgeprozesses zu beachten. Entscheidend ist die Wertentwicklung der Verträge im letzten Drittel der Laufzeit. Spätestens in den letzten fünf Jahren sollten jedoch riskantere Aktienfonds schrittweise gegen weniger risikoanfällige Fondskategorien getauscht werden.
Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Sicherheit der Lebensversicherung:
Sicherheit der Lebensversicherung
Wie sicher ist das Produkt "Lebensversicherung"?
Die Finanzmarktkrise ist keine Krise der Versicherungen! Produkte, die den Ausbruch der Krise in den
USA verursacht haben, sind von den deutschen Versicherungsunternehmen weder im nennenswerten Umfang gekauft, noch
garantiert oder versichert worden.
Die deutschen Lebensversicherer sind gesetzlich dazu verpflichtet, ihre Garantieversprechen an die Kunden
jederzeit erfüllen zu können. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) führt dazu bei den
Versicherungsunternehmen laufende Überprüfungen durch, welche Auswirkungen die Finanzmarktkrise und das
Engagement einzelner Versicherungsunternehmen bei z.B. Lehmann Brothers, American International Group (AIG), oder
Hypo-Real-Estate (HRE) auf die deutschen Versicherer hat. Im Ergebnis erkennt die Finanzaufsicht keine aktuelle
Bedrohung für einzelne Versicherungsunternehmen.
Wie sicher legen Versicherungsunternehmen die Beiträge ihrer Kunden an?
Lebensversicherer agieren am Kapitalmarkt als stete und langfristige Anleger. Die Auswahl der
Kapitalanlagen erfolgt nach strengen Anlagevorschriften in einer breiten Streuung der Anlagekategorien. Der
überwiegende Anteil der Kapitalanlagen der Versicherungsunternehmen wird in sicheren festverzinslichen Anlagen
getätigt. Versicherungen sind daher von dem Rückgang an den Aktienmärkten nur eingeschränkt betroffen. Die
Aktienquote der deutschen Versicherer liegt im Durchschnitt bei unter acht Prozent. Bei vielen Versicherern ist
ein großer Teil der Aktienquote zusätzlich abgesichert.
Darüber hinaus legen Versicherungen ihre Kapitalanlagen nach den von der Bundesanstalt für
Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) vorgegebenen Anlagegrundsätzen - Sicherheit, Rentabilität, Liquidität,
Mischung und Streuung - an. Diese Vorschriften haben sich in der aktuellen Finanzmarktkrise bewährt.
Haben die deutschen Versicherer wegen der Finanzmarktkrise auch ein Liquiditätsproblem wie die
Banken?
Nein. Anders als Banken haben Versicherungen kein Liquiditäts- oder Refinanzierungsproblem, da sie
laufende Prämien- und Zinseinnahmen haben. Die deutschen Vertragsverhältnisse mit den Versicherungsnehmern sind
überwiegend sehr langfristig. Darüber hinaus sind den Versicherungen versicherungsfremde Geschäfte
(Kreditgeschäfte, Bankgeschäfte) verboten. Auch aus diesem Grund sind die Versicherungen in Deutschland nicht auf
eine Refinanzierung am Kapitalmarkt angewiesen.
Was sicher ist meine Lebensversicherung, wenn ein Versicherungsunternehmen in Schieflage geraten
sollte?
Die Versicherungsprämien der Kunden werden in den Unternehmen in gesonderten Sicherungsvermögen geführt. Damit
ist das Geld der Kunden sicher geschützt, wenn ein Versicherer in Schieflage geraten sollte, da es nicht in die
Konkursmasse einfließen kann. Darüber hinaus sind alle deutschen Lebensversicherer beim gesetzlichen
Sicherungsfonds „Protektor AG“ Pflichtmitglied, so dass im Sicherungsfall jeder Lebensversicherungsvertrag
gesetzlich geschützt ist. Für den Fall, dass ein deutsches Lebensversicherungsunternehmen in finanzielle
Schieflage gerät und seine Geschäfte nicht fortführen kann, springt der gesetzliche Sicherungsfonds ein. Alle
betroffenen Lebensversicherungsverträge werden dann auf die Protektor AG übertragen und von ihr fortgeführt. Die
Erfüllung der Lebensversicherungsverträge und damit verbundene Garantieversprechen sind daher sicher. Nur im
begründeten Ausnahmefall kann die Aufsichtsbehörde BaFin vertraglich garantierte Leistungen aus übernommenen
Verträgen um maximal fünf Prozent herabsetzen. Fragen und Antworten zum gesetzlichen Sicherungsfonds finden Sie
auf der Website www.protektor-ag.de.
Riester-Rente
Ist die Sicherheit meiner Riester-Rente durch die Finanzkrise bedroht?
Nein. Die Riester-Rente gehört zu den sicheren
Anlagemöglichkeiten für die private Altersvorsorge. Die Anbieter von
Riester-Produkten sind gesetzlich dazu verpflichtet, jedem Kunden die eingezahlten Beiträge sowie die gewährten
staatlichen Zulagen zur Fälligkeit des Vertrages zu garantieren. Das gilt sowohl für Versicherungsprodukte, als
auch für Bank- oder Fondssparpläne.
Ist meine Riester-Rente auch sicher, wenn ein Lebensversicherungsunternehmen in Schieflage gerät?
Ja. Sollte ein Lebensversicherer seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen können, springt
der gesetzliche Sicherungsfonds für die Versicherungsbranche, die „Protektor AG“ (www.protektor-ag.de), ein. Alle
deutschen Lebensversicherungsunternehmen sind Pflichtmitglied der Sicherungseinrichtung, so dass kein
Riester-Sparer oder Lebensversicherungskunde Angst um die Sicherheit seiner Vorsorgeleistungen haben muss.
Wie sicher sind bei der Riester-Rente meine gezahlten Beiträge und die Überschussbeteiligung?
Sowohl die eingezahlten Beiträge als auch die staatlichen Zulagen müssen in der Leistungsphase an
Kunden garantiert werden. Dazu sind die Anbieter gesetzlich verpflichtet. Für in der Vergangenheit bereits
zugesagte Überschussleistungen besteht bei Versicherungen ebenfalls eine Leistungsgarantie gegenüber den Kunden.
Für 2008 wurden die Überschussbeteiligungen bereits zu Beginn
des Jahres deklariert – sie sind also für den Kunden bereits sicher. Zukünftige Überschüsse können nicht
garantiert werden, da sie von den Versicherern von Jahr zu Jahr neu berechnet werden müssen. Erwirtschaftet ein
Unternehmen geringere Erträge, kann die Überschussbeteiligung zukünftig
reduziert werden. Versicherte erhalten aber zumindest den gesetzlichen Höchstrechnungszins („Garantiezins“) in
Höhe von 2,25 Prozent.
Wie sicher ist meine fondsgebundene Riester-Rente?
Auch die fondsgebundene Riester-Rente hat besondere
Sicherheitsmechanismen. Wie bei der klassischen Riester-Renten-Police müssen die Anbieter garantieren, alle
gezahlten Beiträge sowie die staatlichen Zulagen in der Leistungsphase auszuzahlen. Im Unterschied zur
klassischen Riester-Renten-Versicherung erhalten Versicherte keine Garantie auf den gesetzlichen
Höchstrechnungszins von 2,25 Prozent. Bei der Fondsvariante können aufgrund schwankender Börsenkurse die
Ertragschancen kurzfristig sinken. Da Riester-Policen aber für die private zusätzliche Altersvorsorge über lange
Anlagehorizonte verfügen, sollten sich Versicherte aufgrund der aktuellen Finanzmarktlage nicht verunsichern
lassen.
Klassische Lebens-/Rentenversicherung
Sind klassische Lebens- und Rentenversicherungsprodukte trotz der aktuellen Finanzkrise sichere Produkte
für die Altersvorsorge?
Ja! Die Sicherheit der klassischen Kapital- und Rentenversicherungen ist durch ihre besondere
Konstruktion außergewöhnlich hoch. Denn die Versicherungsunternehmen garantieren ihren Kunden sowohl die
Auszahlung der jeweils versicherten Leistung zum Vertragsende als auch die bei Vertragsabschluss zugesagte Rente
für die gesamte Lebenszeit. Trotz Schwankungen am Kapitalmarkt kann diese Garantie nicht reduziert werden.
Wie sicher ist die Überschussbeteiligung bei der klassischen Lebens-/Rentenversicherung vor dem
Hintergrund der Kapitalmarktkrise?
Die aus der vorsichtigen Kalkulation der Lebensversicherungsunternehmen resultierenden, in der
Vergangenheit zugeteilten Überschüsse sind garantiert. Sie stehen jedem Kunden also bereits sicher zu. Auch für
das Jahr 2008 haben die Versicherer ihre Gewinnbeteiligung schon zu Beginn des Jahres verbindlich zugesagt.
Soweit ein Lebensversicherer geringere Erträge erwirtschaften sollte, werden nur zukünftige Überschüsse
reduziert. Versicherte erhalten aber zumindest den gesetzlichen Höchstrechnungszins („Garantiezins“) in Höhe von
2,25 Prozent. Auch in der Kapitalmarktkrise 2000/2003 hat kein Versicherungskunde Geld verloren.
Fondsgebundene Lebens- und Rentenversicherung
Wie sicher sind fondsgebundene Lebens- und Rentenversicherungen für den Fall, dass ein Versicherer in
Schwierigkeiten gerät?
Sollte ein Lebensversicherer in Schieflage geraten, sind fondsgebundene Lebens- und
Rentenversicherungen grundsätzlich geschützt. Denn die Investmentanteile werden wie die Kapitalanlagen bei
klassischen Lebensversicherungen in einem gesonderten Sicherungsvermögen geführt. Auch bei der jeweiligen
Kapitalanlagengesellschaft sind die zu Grunde liegenden Investmentfonds als Sondervermögen geschützt und daher
sicher.
Wie sicher sind fondsgebundene Policen für die Altersvorsorge vor dem Hintergrund ständig schwankender
Börsenkurse?
Der Wert fondsgebundener Lebens- und Rentenversicherungen schwankt in der Regel wie der Wert der zu
Grunde liegenden Investmentfonds. Bei manchen Produktvarianten sind besondere zusätzliche Sicherheitsmechanismen
eingebaut, die etwa die eingezahlten Beiträge garantieren. Auch wenn fondsgebundene Lebens- und
Rentenversicherungen im Wert mit den zu Grunde liegenden Wertpapieren steigen und fallen, ist ihre
Langfristigkeit zu beachten: Die meisten Verträge laufen 20 bis 30 Jahre. Entscheidend für den Erfolg der
Altersvorsorge mit Fondspolicen ist die Wertentwicklung im letzten Drittel der Laufzeit. Allerdings sollte in den
letzten fünf Jahren der Laufzeit Aktienfonds schrittweise in sicherere Renten- und Geldmarktfonds umgeschichtet
werden.
Was sollte man beachten, wenn man für seine Altersrente mit fondsgebundenen Policen vorsorgt?
Wichtig ist, auch bei starken Kursrückgängen fondsbasierte Policen weiter zu besparen. Denn eine
langfristig attraktive Rendite entsteht nur dann, wenn Investmentanteile nicht nur bei hohen oder steigenden
Kursen gekauft werden, sondern gerade auch bei fallenden oder niedrigen Kursen. So wird auch das Risiko des
falschen Einstiegszeitpunktes ausgeglichen. Durch den „Cost-Average-Effekt“ werden bei niedrigen Kursen für das
gleiche Geld relativ mehr Anteile erworben. Das zahlt sich bei der späteren Kurserholung aus und ist
Voraussetzung für eine gute Rendite.