Gründerinnen
Frauen, die gründen, wollen sich in erster Linie selbst verwirklichen – dieses Vorurteil ist in einer nach wie vor von Männern geprägten Geschäftswelt schnell bei der Hand. Haben Sie als Existenzgründerin auch schon die Erfahrung gemacht, dass Geschäftspartner, Banken oder andere Kapitalgeber Sie nicht ernst nehmen? Dabei sind Existenzgründerinnen laut Untersuchungen erfolgreicher als Männer. Läuft ihr Unternehmen einmal, scheitern sie seltener. Ein oft genannter Grund ist, dass Frauen sich umfassender informieren und größere Risiken bei der Gründung vermeiden. Meist haben sie auch eine höhere schulische Bildung. Allerdings ist der Weg zum eigenen Unternehmen für Frauen oft steiniger. Viele Gründerinnen stellen sich selbst und ihren Erfolg einfach zu wenig in den Mittelpunkt. Und diejenigen, die Familie haben, managen Kinder und Haushalt noch nebenbei – eine doppelte Belastung. Deshalb: Seien Sie nicht bescheiden, behaupten Sie sich energisch in der Geschäftswelt.
Netzwerke für Frauen
Eine gute Möglichkeit, praxisnahe Tipps und Infos zu erhalten, sind Netzwerke. Während Burschenschaften, Corps oder Seilschaften bei Männern eine lange Tradition haben, sind Frauen in der Berufswelt bislang ausgesprochene Einzelkämpferinnen. Unterschätzen Sie nicht, wie wichtig der Austausch mit Gleichgesinnten ist. Gespräche mit anderen Unternehmerinnen helfen Ihnen, Ihre eigenen Probleme richtig einzuschätzen. Sie machen Ihnen Mut oder geben ganz konkrete Ideen und Anregungen. Nutzen Sie außerdem die Möglichkeit, Kontakte zu potenziellen Kundinnen oder Partnerinnen zu knüpfen. Vom Netzwerk für Einfraubetriebe über bundesweite bis hin zu internationalen Zusammenschlüssen. Für Sie als werdende Chefin bieten sich immer mehr Möglichkeiten, spezifische Probleme bei der Existenzgründung von Frau zu Frau zu klären: bei Vorträgen, in Workshops oder am Stammtisch. Und wenn Sie den Erfahrungsaustausch in einer ganz bestimmten Region oder Branche suchen, die in dieser Hinsicht noch Nachholbedarf hat: Werden Sie doch einfach selbst aktiv. Gründen Sie Ihr eigenes Netzwerk!
Surftipps
Bundesverband der Frau im freien Beruf und Management e.V.
www.bfbm.de
Über 300 Karrierefrauen aus Deutschland unterstützen sich gegenseitig in Geschäftsfragen. Unter anderem gibt
es hier die Möglichkeit, an Fortbildungen teilzunehmen.
Bundesweite Gründerinnenagentur
www.gruenderinnenagentur.de
Das bundesweite Informations- und Servicezentrum bietet branchenübergreifende Beratungsangebote zu allen Phasen
der Existenzgründung.
Business Professional Women Germany e.V.
www.bpw-germany.de
Das Berufsnetzwerk ist in 38 Städten vertreten. Mit seinen über 1.700 Mitgliedern verfügt es über einen
großen Pool an fachlichem und persönlichem Know-how.
Das virtuelle Unternehmerinnenforum
www.u-netz.de
Die vom Land Nordrhein-Westfalen unterstützte Webseite hält jede Menge Wissenswertes für Gründerinnen
bereit, unter anderem eine Kooperationsbörse und Wissenswertes zum Unternehmerinnentag.
femity – Netzwerk für Businessfrauen
www.femity.net
Mit fast 10.000 Mitgliedern gehört femity zu den größten Business-Communitys im Web. Hier erhalten Frauen wichtige Informationen rund um Job und Unternehmen.
Verband deutscher Unternehmerinnen e.V. (VdU)
www.vdu.de
Der einzige Wirtschaftsverband für Unternehmerinnen in Deutschland bietet Publikationen, Veranstaltungen und
Weiterbildungsmöglichkeiten für selbstständige Frauen.
Unternehmen Schwangerschaft
Mit der Schwangerschaft beginnt ein neuer Lebensabschnitt voller Freude auf das Baby. Als
Selbstständige müssen Sie jedoch einiges beachten, wenn Sie eine Familie gründen wollen:
- Mutterschutzgesetz: Angestellte haben das Recht, sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Geburt ihres Kindes vom Job zu pausieren. Sie als Unternehmerin müssen selbst entscheiden, ob Sie es sich leisten können, zu Hause zu bleiben. Anspruch auf Mutterschaftsgeld haben Sie in dieser Zeit nur, wenn Sie in einer gesetzlichen Krankenversicherung sind. Für privat Versicherte gilt diese Regelung nicht.
- Kinderzuschlag: Können Sie trotz vorübergehenden Verdienstausfalls Ihren eigenen Lebensunterhalt sichern, aber Ihren Nachwuchs nicht rundum versorgen, steht Ihnen Kinderzuschlag zu. Sie können ihn bei der Familienkasse der örtlichen Agentur für Arbeit beantragen. Er wird maximal 36 Monate ausgezahlt, der Höchstbetrag liegt bei 140 Euro.
- Bleiben Sie im ersten Lebensjahr Ihres Kindes zu Hause, ersetzt das Elterngeld 67 Prozent Ihres durchschnittlichen Einkommens. Beantragt wird das Elterngeld bei den örtlichen Sozial- und Jugendämtern.
Weitere Informationen zum Thema Schwangerschaft und Selbstständigkeit gibt es hier:
Bertelsmann Stiftung
www.mittelstand-und-familie.de >
Lösungen
Das Portal gehört zum Vorstandsprojekt „Balance von Familie und Arbeitswelt“ – und informiert, auf was
erwerbstätige Frauen während der Schwangerschaft und des Mutterschutzes achten müssen.
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
www.bmfsfj.de > Familie
Auf der Seite des Ministeriums finden Sie Aktuelles zur Familienpolitik sowie einen Link zum
Unternehmensnetzwerk und -programm „Erfolgsfaktor Familie“.
Literaturtipps
- Monika Kühne: Existenzgründerinnen in Deutschland. Müller, 2006
- Cornelia Heins: Selbstständig ist die Frau. Redline Wirtschaft, 2003