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Weiterführende Schulen

Wie soll es weitergehen? Hauptschule oder Gymnasium? Oder doch Realschule? Diese Entscheidung müssen Eltern nicht allein treffen: Zusammen mit dem Halbjahreszeugnis der vierten Klasse gibt es auch eine Empfehlung für die weiterführende Schule. In Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und dem Saarland ist sie verbindlich, in den anderen Bundesländern haben die Eltern das letzte Wort. Zur Orientierung: Hat Ihr Kind überwiegend Dreien, ist es auf der Realschule meist gut aufgehoben. Werden die Leistung Ihres Kindes mit „gut“ oder „sehr gut“ bewertet, ist es ein Kandidat fürs Gymnasium. Zu berücksichtigen sind im jeden Fall auch das Arbeits- und Lernverhalten.

Welche Wahl auch immer Sie treffen: Beziehen Sie Ihr Kind in den Entscheidungsprozess mit ein. Nehmen Sie es ernst, wenn es zum Beispiel den Wunsch äußert, die gleiche Schule wie die beste Freundin zu besuchen. Erklären Sie ihm, welche Auswirkungen die nächsten Schritte für die Zukunft haben.

Hier die verschiedenen Schulformen im Überblick.

Hauptschule

In dieser Schulform wird Schülern eine grundlegende allgemeine Bildung vermittelt. Entsprechend ihren Leistungen und Neigungen erhalten die Schüler berufs- beziehungsweise praxisbezogenen Unterricht. In der Regel erhalten die Jugendlichen ihren Hauptschulabschluss nach der Jahrgangsstufe 9. Bei entsprechender Leistung können sie im Anschluss auf die Realschule wechseln.

Realschule

Diese weiterführende Schule vermittelt ihren Schülern eine erweiterte allgemeine Bildung. Auch hier hat die Ausbildung einen starken Berufs- und Praxisbezug. Für den Realschulabschluss müssen die Schüler am Ende der Jahrgangsstufe 10 in allen Fächern mindestens ausreichende Leistungen erbracht haben. Bei guten Noten steht der Weg ins Gymnasium offen.

Gymnasium

Auf diesem Bildungsweg erhalten Schülerinnen und Schüler eine vertiefte allgemeine Bildung. Das Abitur ist die Eintrittskarte für ein Hochschulstudium; mit dem Fachabitur, das mit Abschluss der 12. Klasse erworben wird, kann das Studium an einer Fachhochschule aufgenommen werden. Für eine Erfolg versprechende gymnasiale Laufbahn sollte Ihr Kind vor allem Spaß am Lernen haben und selbstständig arbeiten können.

Gesamtschule

Alternative Schulkonzepte sind die sogenannten additiven und die integrierten Gesamtschulen. In ersteren sind Hauptschule, Realschule und Gymnasium unter einem Dach vereint, die Schüler sind jedoch nach den verschiedenen Schulformen getrennt. Letztere integrieren alle Niveaus zunächst in einem Klassenverband. Später werden sie in einzelnen Fächern wie Mathematik, Deutsch oder den Naturwissenschaften in verschiedene Kurse eingeteilt – je nach Leistung können die Schüler so den gymnasialen, den Real- oder Hauptschulzweig einschlagen.

Sonder-/Förderschule

Wenn Kinder auf Grund einer Behinderung oder wegen Verhaltensauffälligkeiten die Regelschule nicht besuchen können, erhalten sie auf einer Sonderschule die entsprechende Förderung. Für diese Kinder ist es besser, wenn sie von speziell ausgebildeten Pädagogen unterrichtet werden, statt in einer Regelschule überfordert hinter den Mitschülern zurückzubleiben.
Unter bestimmten pädagogischen und organisatorischen Voraussetzungen können Kinder mit Behinderung statt einer Sonderschule auch ihre wohnortnahe Regelschule besuchen. In sogenannten integrativen Klassen werden sie mit nichtbehinderten Schülern gemeinsam unterrichtet und zusätzlich von Sonderschullehrern betreut. Die gemeinschaftlichen Schulstunden stärken auch das Sozialverhalten der Kinder untereinander.

Gemeinschaftsschule

Ziel dieser neuen Schuleform ist es, Kinder mit unterschiedlichsten Voraussetzungen bis zum Ende der Sekundarstufe I gemeinsam zu unterrichten. Der Vorteil: Schwächere Schüler lernen von besseren, Jüngere von Älteren. Anders als in der Gesamtschule findet in höheren Klassen keine Trennung nach Schulformen statt. Auch die Kernfächer werden stufenübergreifend unterrichtet. Erste Pilotprojekte werden zurzeit in Berlin, Schleswig-Holstein und Sachsen durchgeführt.

Die Aktion Humane Schule e. V. beschäftigt sich mit Themen rund um die Bildungspolitik und mit allem, was für Kinder, Eltern, Lehrer und Pädagogen im Schulalltag relevant ist. Infos finden Sie unter www.aktion-humane-schule.de.

Können Sie sich nicht für eine Schulform entscheiden? Wir haben für Sie einige Fragen zusammengestellt, deren Beantwortung die Wahl vielleicht erleichtern.

Schulwahl ohne Qual (PDF, 14 KB)

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