Schwierigkeiten mit Mitschülern
Ihr Kind wirkt traurig, hat wenig Appetit und möchte nicht mehr in die Schule gehen? All dies können Anzeichen dafür sein, dass es gravierende Probleme mit seinen Mitschülern hat. Laut Untersuchungen an der Ludwig-Maximilian-Universität in München gibt es in jeder Klasse durchschnittlich ein Opfer von Mobbing, eins von 25 Kindern ist mindestens einmal wöchentlich betroffen. Insgesamt sind das in Deutschland fast eine halbe Millionen Schüler. Die Erscheinungsformen sind unterschiedlich: Die Täter demütigen und beleidigen ihre Opfer, grenzen sie aus der Klassengemeinschaft aus oder schlagen und treten sie.
Hinschauen und vorbeugen
In Studien fanden die Münchner Psychologen heraus, dass an Mobbing-Prozessen nahezu die ganze Klasse beteiligt sein kann – entweder als Täter, Opfer, oder auch als Unterstützer des Täters oder Verteidiger des Opfers. Der Täter will sich profilieren und an Status gewinnen, indem er das Opfer gezielt attackiert und andere dafür benutzt. Durch diese ungleiche Machtverteilung kann die ganze Klasse in Schieflage geraten. Umso wichtiger ist es, solchen Entwicklungen frühzeitig entgegenzuwirken. Schulen sind beispielsweise dazu verpflichtet, Mobbing zu unterbinden. Experten raten den Eltern deshalb, genau hinzuschauen und die Schule in die Pflicht zu nehmen, wenn ihr Kind betroffen ist. Nicht zuletzt sollten sie auch das Kind selbst sensibilisieren: Nach einem Vorfall informiert es den Lehrer am besten unmittelbar und bittet ihn um Hilfe. Denn ist ein Schüler erst einmal zur Zielscheibe für Hänseleien geworden, droht oft ein Teufelskreis: Der Spott macht das Kind noch unsicherer, dadurch verstärkt sich seine Furcht vor den Mitschülern, die dann umso unbarmherziger reagieren.
Selbstbewusstsein stärken
Theoretisch kann jeder Schüler zum Opfer von Anfeindungen werden. Die beste Hilfe können Sie Ihrem Kind bieten, wenn Sie es darin bestärken, Grenzen zu setzen – damit es gar nicht erst zum Mobbing kommt.
Stärken Sie das Selbstbewusstsein Ihres Kindes. Dabei kann beispielsweise ein Selbstverteidigungskurs oder eine andere Sportart helfen. In einem Verein kann Ihr Kind neue Kontakte knüpfen, Freundschaften schließen und Erfolge feiern. All dies fördert sein Selbstvertrauen. Andere Wege sind beispielsweise ein Computerkurs oder die Musikschule, Urlaub in einem Feriencamp oder ein Auslandsaufenthalt – je nachdem, welche Interessen Ihr Kind hat. Sprechen Sie gemeinsam darüber.
Kontaktieren Sie Vertrauenslehrer und Pädagogen. Viele Schulen haben mittlerweile Initiativen gegründet, die sich mit dem Thema Gewalt auseinander setzen. An Schulen in Berlin und München gibt es sogenannte Konfliktlotsen oder Schlichter, die bei Streit oder Gewaltausbrüchen zwischen Schülern eingreifen. Diese Helfer sind in der Regel Schülerinnen und Schüler aus höheren Klassen, die speziell in Mediation und Moderation geschult werden.
Surftipps
Kinderhilfszentrum
www.kinderhilfszentrum.de
Unterschriftaktionen, Netzwerke, Sorgentelefon – das Kinderhilfszentrum wird seinem Namen gerecht und bietet
zahlreiche Maßnahmen zur Stärkung und Sicherheit von Kindern.
Die Arbeitsgemeinschaft Jugend und Bildung e. V.
www.basta-net.de
Die Internetplattform gegen Gewalt und Rassismus bei Jugendlichen verfolgt den gemeinnützigen Zweck, Bildung und
Erziehung zu fördern.
Schulpsychologie.de
www.schulpsychologie.de
Auf dieser Webseite gewinnen Schüler, Eltern und Lehrer viele nützliche Informationen und Adressen rund um das
Thema Schule.
Internet-Notruf Deutschland e.V.
www.schueler-notruf.de
Diese Seite richtet sich an Kinder und Jugendliche, die Hilfe bei Problemen mit Schule, Gewalt oder Drogen
suchen.
Beratung für Schulen, Lehrer, Erzieher, Eltern, Opfer
www.mobbingberatung.info
Das Beratungsportal zum Thema Mobbing und Gewalt bietet wertvolle Tipps und Hinweise für Betroffene.
Beratungsstelle Neuhland e.V.
www.neuhland.de
Diese Einrichtung richtet sich speziell an Kinder und Jugendliche in schweren Krisensituationen.
Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Jugend- und Eheberatung e.V.
www.dajeb.de
Der Verband fördert den Kontakt zwischen Beratungsstellen und Hilfesuchenden.