Grundschule
In Deutschland werden Kinder in der Regel mit sechs Jahren schulpflichtig. Trotzdem haben Eltern Spielräume bei der Entscheidung, ob ihr Kind schulreif ist: Manche Kinder können dem Unterricht schon mit fünf Jahren problemlos folgen, andere sind erst mit sieben Jahren fähig, sich darauf zu konzentrieren.
Einige Anhaltspunkte:
- Findet Ihr Kind leicht Kontakt zu anderen Kindern?
- Kann es mindestens zwanzig Minuten still sitzen und zuhören?
- Kann es sich die Schuhe selbst binden und problemlos mit Stiften umgehen?
- Versteht Ihr Kind kleine Geschichten und kann die Inhalte mit eigenen Worten wiedergeben?
- Ist es in der Lage, Farben, Formen und Reihenfolgen wiederzuerkennen?
- Hat Ihr Kind selbst den Wunsch, in die Schule zu gehen?
In jedem Fall gilt: Setzen Sie Ihr Kind nicht unter Druck. Wenn es in der ersten Klasse überfordert ist, fühlt es sich unwohl und wird keinen Spaß am Lernen entwickeln. Schlechte Leistungen sind dann garantiert.
Keine leichte Entscheidung
Die Erfahrungen, die Ihr Kind in der Grundschule sammelt, wirken sich auf seine Einstellung zum Lernen aus und prägen sein Zutrauen in die eigenen Leistungen. Informieren Sie sich deshalb rechtzeitig darüber, welche Schulart am besten zu Ihrem Kind passt. In Deutschland gibt es neben den staatlichen Einrichtungen mehrere Schulformen, unter denen Sie wählen können.
Privatschulen
Deutschlandweit gibt es rund 2.870 private, staatlich anerkannte Schulen. Im Gegensatz zu Einrichtungen in staatlicher Trägerschaft, die komplett aus öffentlichen Mitteln finanziert werden, übernimmt der Staat bei Privatschulen in der Regel nur zwei Drittel der Kosten. Für den Rest müssen die Lehranstalten selbst aufkommen. Obwohl Privatschulen teuer sind, liegen sie bei vielen Eltern im Trend.
Konfessionsschulen
Rund die Hälfte aller privaten Schulen befindet sich in kirchlicher Trägerschaft. Die Konfessions- oder Bekenntnisschulen – rund 870 katholische und 450 evangelische Einrichtungen – unterscheiden sich in ihren Unterrichtsinhalten kaum von den staatlichen Schulen. Während katholische Schulen zumeist nur Kinder dieses Glaubens aufnehmen, sind die evangelischen Bekenntnisschulen offener. Dank der kirchlichen Institutionen im Hintergrund fällt das Schulgeld geringer aus als bei konfessionell nicht gebundenen Privatschulen.
Waldorfschulen
Auch Waldorfschulen sind staatlich anerkannte Privatschulen. Dort durchlaufen alle Schüler zwölf Schuljahre, ohne dass sie sitzen bleiben können. Neben dem sachbezogenen Unterricht fördert die Waldorfschule vor allem die künstlerischen und kreativen Fähigkeiten. Fremdsprachen stehen von Anfang an auf dem Unterrichtsplan. Waldorfschulen verzichten auf das Zensurensystem, die Fortschritte und Leistungen der Schüler werden in schriftlicher Form beurteilt. Durchschnittlich zahlen Eltern für die Waldorfschule monatlich 80 bis 200 Euro.
Montessori-Schulen
„Hilf mir, es selbst zu tun“ – so lautet das Motto der Montessori-Schulen. Mittlerweile arbeiten auch zahlreiche staatliche Kindergärten und Schulen nach diesem reformpädagogischen Ansatz von Maria Montessori (1870–1952). In Klassen mit maximal 24 Kindern sind drei Altersstufen vertreten, damit die Kinder voneinander lernen können. Frontalunterricht, bei dem der Lehrer vor der Klasse steht, wird in Montessori-Schulen vermieden.
Internationale Schulen
Diese Institute unterscheiden sich von staatlichen Schulen durch Lerninhalte, Bildungsziele und Abschlüsse. Die internationale Erziehung steht eindeutig im Vordergrund, der Unterricht wird in englischer Sprache gehalten. Da die Einrichtungen keine deutschen Schulabschlüsse vergeben, werden sie staatlich nicht gefördert. Dadurch wird pro Schüler jährlich eine Gebühr von bis zu 12.300 Euro fällig. An deutschen Hochschulen werden die internationalen Abschlüsse anerkannt.
Internate
Internate und Ganztagsschulen sind ebenfalls teure Alternativen zu staatlichen Einrichtungen. In der Regel fördert der Staat hier lediglich den Vormittagsbetrieb, das heißt die regulären Schulstunden. Für Betreuung, Verpflegung und Unterkunft müssen die Eltern aufkommen. Dabei ist je nach Schule mit Kosten von monatlich 600 bis 3.000 Euro zu rechnen.