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Kinder und Medien

Nachmittags fernsehen. Abends ein wenig mit Freunden chatten. Und vorm Einschlafen noch schnell per Handy eine Nachricht verschicken. PC, Fernseher und Handy gehören zum Alltag, auch bei Kindern. In öffentlichen Diskussionen geraten Computer & Co. oft pauschal in die Kritik. Dabei wird jedoch häufig übersehen, dass auch die neuen Medien einen positiven Beitrag zur Entwicklung von Kindern leisten können.

Für Leseratten

Bücher spielen nicht nur in der Schule eine wichtige Rolle. Jedes zweite Kind liest auch in seiner Freizeit regelmäßig. Im Gegensatz zu anderen Medien haben Bücher bei Pädagogen einen guten Ruf, und das zu Recht. Ob erstes Stoffbilderbuch, Märchensammlung oder spannende Abenteuerromane: Bücher fördern die Sprachentwicklung und regen die Fantasie an. Eltern sollten daher schon früh anfangen, ihren Nachwuchs dafür zu begeistern – zum Beispiel mit Vorlesen. Mehr als die Hälfte aller Mütter und Väter tut das regelmäßig, so eine Studie der Initiative „Lesen in Deutschland“. Tipp: Legen Sie ruhig zwischendurch eine Pause ein und geben ihrem Sprössling Gelegenheit, Fragen zu stellen. Das stärkt seine Aufmerksamkeit und die Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge nachzuvollziehen.

In die Röhre geguckt

Etwa vier Fünftel aller Kinder sehen jeden Tag fern. Das ergab die Studie „Kinder und Medien“ vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest aus dem Jahr 2006. Das ist per se nicht schlecht. Es gibt viele gute Sendungen, die eine Mischung aus Wissen und Unterhaltung vermitteln. Für Eltern gilt es, ihren Kindern einen bewussten Umgang mit dem Medium beizubringen – und auch vorzuleben. Den Fernseher am besten nur zu ausgewählten Formaten einschalten, und nicht einfach als Zeitvertreib. Außerdem sollten Sie zumindest bei jüngerem Nachwuchs davon absehen, ihm einen eigenen Fernseher ins Zimmer zu stellen. Denn eine gewisse Kontrolle beim Fernsehkonsum ist immer ratsam – dem Wohl Ihres Kindes zuliebe.

Online mit der Maus

Ein Leben ohne PC ist heutzutage für viele nicht mehr vorstellbar – laut einer Studie von Bitkom aus dem Jahr 2006 besitzen mehr als drei Viertel aller deutschen Haushalte einen Computer. Umso wichtiger, Kindern den richtigen Umgang damit nahezubringen. Denn die Rechner eignen sich zu mehr als nur zu Computerspielen. Wie beim Fernsehen kommt es vor allem auf die richtige Dosierung und Auswahl an.

Beispielsweise gibt es spezielle Lernprogramme, die Kreativität und Lernbereitschaft fördern. Mathematische oder naturwissenschaftliche Zusammenhänge kann der PC ideal veranschaulichen, und auch das Internet ist eine hilfreiche Informationsquelle, zum Beispiel bei der Recherche für Referate oder Hausaufgaben. Das weltweite Netz ist allerdings ein weitestgehend rechtsfreier Raum, in dem sich auch Pornographie, radikales Gedankengut, Hass- und Gewaltseiten finden. In Deutschland gibt es deshalb jugendschutz.net – eine Institution, die das Internet auf gefährliche Seiten prüft und darauf achtet, dass Anbieter von Websites die Bestimmungen des Jugendschutzes einhalten. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen: Installieren Sie eine Kindersicherungssoftware auf Ihrem Computer oder lassen Sie über kostenpflichtige Internet-Programme bestimmte Seiten sperren.

Immer erreichbar

Mit zunehmendem Alter steigt die Zahl der Kinder mit eigenem Handy deutlich an. Laut der Studie „Kinder und Medien“ haben ein Sechstel der Sechs- bis Siebenjährigen ein Mobiltelefon. Bei den Zwölf- und Dreizehnjährigen sind es schon fast drei Viertel. Oft gelten bei den Kindern Handys einfach als Statussymbole – wie bei den Erwachsenen auch. Um bösen Überraschungen bei der Handy-Rechnung vorzubeugen, sollten Kinder statt eines normalen Handy-Vertrages auf Rechnungsbasis besser Prepaid-Karten benutzen. Diese können mit Beträgen ab fünf Euro aufgeladen und abtelefoniert werden. So haben sie einen festen Betrag zur Verfügung und können ihre Kosten besser kontrollieren.

Eine Liste empfehlenswerter Medienangebote für Kinder und Jugendliche finden Sie auf der Website der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien .

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